Jazzdimensions, Carina Prange (Deutschland)

Elin Furubotn singt ihre Lieder auf Norwegisch: dabei widmet sie sich in einer ausdrucksvollen, klaren Sprache den verschiedensten dramatischen und weniger dramatischen Unwägbarkeiten des Lebens. Sie tut dies meist unprätentiös, auch in der Instrumentierung des Albums eher unaufällig.

Und gerade dieses Fehlen von Glamour und Pomp lässt jedes Lied zu einem Kleinod werden, in der Tiefe jedes Songs findet sich ein schillernder Kern: es sind die wenigen Muscheln auf dem Meeresgrund, die eine Perle bergen, die Furubotn für ihr Album ausgewählt hat – im Vergleich zur Masse derjenigen, die beim genauen Betrachten leer und inhaltslos sind.

Dass Furubotn in ihrer Heimatsprache singt, macht diese Musik doppelt reizvoll – die Übersetzung ins Englische ist im Booklet vorhanden, so dass nachgelesen werden kann, was sie uns ins Ohr singt. Dem Hörer bietet sich aber auch die Möglichkeit, dem Norwegischen wie einer Traumsprache zu lauschen und zu erraten oder zu erahnen, was vielleicht das Thema eines Liedes sein könnte. So kann “Heilt Nye Vei” zum mehrgleisigen Sinneserlebnis werden.

Sehr überzeugend und angenehm bei all den überproduzierten Alben, die auch in Umlauf sind – hier gibt es noch Ecken und Kanten bei den Songs, hier wird mit einem hohen Maß an Authentizität zu Werke gegangen. Ein Geheimtipp, der trotzdem hoffentlich mehr und mehr Hörer findet.

Lesen Sie hier mehr: http://www.jazzdimensions.de/reviews/others/2012/elin_furubotn_vei.html

Comments are closed.

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!